Krankenhäuser

Es war mal wieder so weit: Ich musste ins Krankenhaus. Ich werde hier nicht darlegen warum, aber wer mit mir im letzten halben Jahr auf die ein oder andere Art kommuniziert hat, weiß das eh.

Zur Vorgeschichte (mit lustigem Fehlerzählen in Klammern): Vor ca. einem halben Jahr wurde ich krank. Natürlich ab zum Facharzt. Bzw. gewartet bis dieser wieder aus dem Urlaub zurück ist (Fehler Nummer 1). Medikamente bekommen die es auch besser gemacht haben, aber nicht behoben haben. Wieder zum Facharzt, welchem ich gesagt habe, dass es erstens nicht weg ist und dass ich zweitens schon immer damit rumsetze (das ich deswegen nicht schon viel früher zum Facharzt bin: Fehler Nummer 2). Antwort war, dass alles in Ordnung ist (habs darauf beruhen lassen: Fehler Nummer 3) und dass ich ihm als Patient wenn ich pro Quartal so häufig komme nur 23 € bringe (dass ich ihn nicht wütend angefahren habe: Fehler Nummer 4; dass ich daraufhin nicht den Facharzt gewechselt habe: Fehler Nummer 5).

Keine Woche später wars mit Nachdruck wieder da. Der Nachdruck war so groß, dass ich das erste mal in meinem Leben einen Krankenwagen von innen gesehen habe, weil ich nämlich ins Uniklinikum Mannheim gefahren werden musste. Da vollends mit Antibiotika zugeballert worden, nachdem sichergestellt wurde, dass meine kleinen Erregerfreunde dagegen nicht resistent sind. Dann wars gut. Zumindest so gut wie vorher, als es eben nicht gut war (wie oben schon geschrieben, ich setze damit schon immer rum; dass ich dann nicht zum Facharzt bin: Fehler Nummer 6).

Zwei bis drei Monate später habe ich Freitags gespürt, dass es wieder da ist. Hab mir, typisch ich eben, gedacht, „Naja, kann ja sein… der Stress usw. Geht auch wieder weg…“ (Fehler Nummer 7). Hab also abgewartet. Einen Monat lang (Fehler Nummer 8). Ruth hat mir den, völlig offensichtlichen, Tipp gegeben, nicht zu akzeptieren, wenn mir gesagt wird alles sei in Ordnung, es es aber nicht ist. Bin dann zum Facharzt und hab Medikamente bekommen. Die haben meine Probleme zumindest „andersartig“ gestimmt, aber nicht behoben. Also noch mal zum Facharzt, welcher sich diesmal nicht mal mehr die Zeit genommen hat mich persönlich zu einem Gespräch zu bitten. Die von den Arzthelferinnen übergebenen Medikamente haben nichts gebracht, woraufhin ich wieder zwei Tage abgewartet habe (Fehler Nummer 9), immer den Hinweis in den Ohren „das kann schon mal dauern“.

Als ich Dienstag Abend vor Schmerzen nicht einschlafen konnte habe ich mir gedacht, dass es mir zu bunt wird und mir nach dem Muster der geografischen Bequemlichkeit einen anderen Facharzt ausgesucht (inklusive spätabendlicher/frühmorgendlicher Panik-SMS/-Anrufe an meine Schwester, die als Rettungsassistentin ja einen medizinischen Hintergrund hat). Et voilà! Nach dem ich dem neuen Facharzt meine Krankengeschichte heruntergebetet habe, hat er gefolgert wo das Problem liegt, das mithilfe einer Röntgenaufnahme bestätigt und mir einen Notfall-OP-Termin im Diakonissenkrankenhaus in Mannheim verschafft. Da dieser erst einen Tag später war (Voruntersuchung, nüchterner Magen, etc.) hat er mir auch gleich noch Schmerzmittel verschrieben. So einfach kann es sein, wenn einem der Arzt zuhört.

Zum Krankenhaus und damit dem eigentlichen Artikelinhalt: Die Diakonie in Mannheim ist fast schon eher ein Hotel mit intensiver medizinischer Betreuung als ein Krankenhaus wie ich es gewohnt bin. Nettes, kompetentes und hilfreiches Personal. Als ich es z.B. in meinem ursprünglichen Zimmer mit meinem neuen Zimmernachbarn nicht mehr ausgehalten habe (und zwar physisch… Leute zu ignorieren die mir menschlich nicht passen schaffe ich ohne Probleme), hatte ich schwuppdiwupp ein neues Zimmer. Oder meine nicht ganz regulären Essgewohnheiten (nach 16:00 Uhr nichts mehr essen): Ganz ohne wollten sie mich nicht zu Bett gehen lassen, also hab ich sie auf einen Salatteller heruntergehandelt, den es dann auch regelmäßig gab, und der richtig gut war.

Und die Ärzte sind auch, wie es im Englischen so schön heißt, „top-notch“. Ich muss zwar in sechs Wochen noch mal hin, aber das nur, weil die OP sehr mit Vorsicht zu genießen ist, und deswegen lieber einmal öfter geschnippelt wird. Damit kann ich leben. Und zwar sehr gut.